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Mittwoch, 30. November 2011

Mein Thron






Mein Thron




Das ist mein Thron, das Zentrum meiner Macht.
Mein Reich ist klein, nur ich allein und doch – für mich ist hier der Mittelpunkt des Universums.
Hier bin ich König, Herrscher, Untertan. Da sitze ich auf meinem Thron und regiere – über mich.
An diesem Ort habe ich den Weitblick, den Durchblick und einen hellen Kopf – weil von der Sonne beschienen.
Hier ist alles möglich, alles vorstellbar und alles ganz leicht zu erreichen.

Da wartet auch mein Beraterstab – meine wertvollsten Helfer – die spirituellen Wesen, die unsichtbaren Kräfte, die unübertreffliche Macht der Gedanken.
Dann meine Leibgarde – stramm stehen sie ringsum, die hohen Tannen, die mächtig Eichen und die knorrigen Föhren in Reih und Glied – der Schweizergarde Ebenbild. Auch meine furchtlose Armee ist da versammelt – ein riesiger Haufen – selbstlose Ameisen, die jeden Eindringling fernhalten. Und nicht zuletzt die Wespen, Brämen und Stechmücken – meine angriffige Luftwaffe.

Auf diesem Strunk – in Erde tief verwurzelt – wird analysiert, meditiert, philosophiert, geträumt und manchmal auch gedöst. Hier werden alle Gedanken zulassen, akzeptiert, modelliert, optimiert und oft auch objektiviert. Da werden wichtige Selbstgespräche geführt, geflucht, geklagt, gebittet und mit mir zu Gericht gegangen. Hier werden Grundsätze gefällt, weitreichende Beschlüsse und Vorsätze gefasst, sowie unwichtige und elementare Entscheidungen getroffen. Da werden von mir „strickte“ Befehle erteilt – an niemanden geringeren als an mich.

Da entscheide ich, ob die Welt gut oder schlecht ist, hier wird von mir über die Qualität meines Lebens bestimmt und da beschliesse ich, wie sich das Universum weiterhin um mich drehen wird – je nach dem, wie ich es sehe, ich es bestimme und –
ich denke!






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٤:-)




Dienstag, 29. November 2011





"Wer die Freiheit aufgibt 
um Sicherheit zu gewinnen, 
der wird am Ende beides verlieren." 
Benjamin Franklin




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!(°!°)!

Montag, 28. November 2011






"Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz!"
(vermutlich von Brigitte Bardot)





 :-)

Sonntag, 27. November 2011





Beleidigte Leberwurst

Spöttisch als "beleidigte Leberwurst" wird bezeichnet,
wer ohne triftigen Grund beleidigt oder eingeschnappt ist.

Hintergrund dieser Redensart ist die Annahme der Medizin des Altertums,
dass die Leber Sitz der Lebenssäfte, des Temperaments und der Gefühle des Menschen - ob Trauer, Liebe, Wut oder Zorn - sei.
Die Redensart ist seit dem späten 19. Jahrhundert in Gebrauch.

Erst später wurde dem Sprichwort die "Wurst" angehängt, als die Vorstellung, dass die Leber Sitz aller Gefühle sei, verloren gegangen war. Warum gerade das Wort "Wurst" angefügt wurde, ist nicht gesichert belegt.


Den gleichen Hintergrund haben auch die Redensarten:

„Frei von der Leber weg sagen“
(Bezeichnet das offene, freimütige Sprechen) und:

„Eine Laus über die Leber gelaufen“,
(Meint: ein nichtiger Anlass – kleine Laus –,
genügt um Verärgerung und Zorn hervorzurufen)






;-((

Samstag, 26. November 2011

Liebe




Liebe



„Ich habe mich verliebt!“
Unvermittelt, fast beiläufig, sprach es Caroline aus, während sie sich mit Stefan im Fernseher „Äschbacher“ ansah.
„Lebensträume“ lautete das Motto der beliebten wöchentlichen Gesprächssendung – vielleicht der Grund, dass sie diesen folgenschweren Satz gerade jetzt aussprach. Denn bereits vor Tagen hatte sie sich für ihn entschieden, nachdem sie wochenlang mit sich gerungen hatte. Doch nun war er endlich draussen und schwebte für einen Moment bedrohlich im Raum.
„In was?“, murmelte Stefan, der auf dem Kanapee bereits mit dem Schlaf kämpfte.
„Ich habe mich in Sabine verliebt.“
Caroline starrte weiterhin in den Fernseher, ohne davon etwas wahrzunehmen. Ihr Puls ging schneller, die Wangen waren gerötet und schon begann das lästige Schwitzen, während sich die Fingernägel in ihre Handflächen bohrten.
„Ja, ich mag deine Freundin Sabine auch sehr gut, sie ist wirklich ein Schatz.“ stimmte ihr Mann müde zu. Ein Gähnen konnte er gerade noch unterdrücken.
„Es ist mehr, Stefan“, sagte seine Frau daraufhin mit fester Stimme. Das liess ihn aufhorchen.
Etwas unwillig richtete er sich auf und nahm sein Rotweinglas zur Hand, ohne davon zu trinken.
“Ich werde mich von dir trennen und mit ihr zusammenziehen.“
Fast flüsternd drehte Caroline langsam den Kopf zu ihrem Mann.
„Machst du Witze oder was? Wie soll denn das gehen?“
Ungläubig schüttelte Stefan leicht den Kopf und nahm einen Schluck. Dabei schaute er durch den Glasrand zu Caroline.

Sie meinte es erst! Das wurde ihm nun sogleich klar, denn Caroline schaute ihm mit festem Blick direkt in die Augen.
Stefan war jetzt hellwach. Er trank auch den Rest des Glases aus und schenkte gleich wieder nach.
„Nein, Stefan, ich meine es ernst. Ich kann nicht anders.“
Tränen schossen in Carolines Augen und die hängenden Schultern erzeugten einen hilflosen Ausdruck.
„Was heisst, ich kann nicht andres“, fragte Stefan etwas heiser, während er das Glas mit beiden Händen umklammerte, als suchte er dort einen Halt.
„Ich habe bei Sabine etwas gefunden, das ich nicht mehr missen möchte. Die Liebe zu ihr scheint mir einzigartig – etwas Vollkommenes.“
„Mich liebst du also nicht mehr?“, fragte Stefan etwas grimmig.
„Ich habe dich noch immer sehr gerne, Stefan, aber die Liebe zu Sabine ist damit nicht zu vergleichen.“
„Und was meint Sabine dazu?“, wollte Stefan nun wissen, hoffend, dass sie nichts davon hielt.
„Sie empfindet gleich wie ich, aber sie drängt mich zu nichts. Sie weiss ja, dass ich Verantwortung habe – dir, aber vor allem auch Jennifer gegenüber.“
Stefan ergriff die kleine Chance, die sich soeben ergeben hatte:
„Ja, glaubst du, du kannst einer Siebenjährigen den Vater durch eine Frau ersetzten. Was meinst du, wie sie in der Schule gehänselt wird? Ihre Mutter – eine Lesbe!“
Stefan sucht in der Flasche nach einem Rest des Weines, aber sie ist leer. Etwas zu hart stellt er sie zurück auf den Tisch.
„Stefan, lass uns doch vernünftig darüber reden, solche Ausbrüche bringen uns auch nicht weiter.“
„Nun ist mir auch klar, warum Sable nie einen Kerl hatte“, raunte Stefan ärgerlich.
Er hatte plötzlich wieder Lust, eine zu rauchen, doch seit einem guten Jahr gab es keine Zigaretten mehr im Haus.
„Und, wie lange geht das schon mit euch beiden? Wart ihr zusammen auch im Bett?“
Der böse Blick von Stefan schmerzte Caroline mehr als sie erwartet hatte.
„Ja, inzwischen schon“, sagte sie leise und senkte dabei den Blick.
„Lange wollte ich es ja selber nicht wahrhaben, ich dachte, es sei bloss eine blöde Schwärmerei, Verirrungen der Gefühle oder ausschweifende Gedanken. Trotzdem, ich fühlte mich immer sehr wohl in ihrer Nähe und wollte Sabine einfach immer mehr um mich haben. Ich fühle mich von meiner besten Freundin verstanden und als Frau ernst genommen“.
„Aha, ich nehme dich also nicht ernst! Was erwartest du denn eigentlich?“
„Das kannst du nicht vergleichen. Du warst immer sehr lieb und aufmerksam zu mir, doch da kam etwas ins Spiel, das ich vorher nicht gekannt habe. Als ich merkte, dass ....,“
Caroline suchte nach den rechten Worten, damit sich Stefan nicht noch mehr aufregte, „dass es Sabi auch nicht unangenehm war, da liess mich dieser Drang nicht mehr los. Ständig musste ich daran denken. Seit etwa drei Monaten sind wir nun intim.“
„Und, bist du nun glücklicher im Bett, als mit mir? Bringt's dir eine Frau besser als ich? Das ist doch lächerlich!“
Hör zu Stefan, auf diesem Niveau möchte ich nicht mit dir sprechen! Mit dir war alles in Ordnung, auch im Bett.“

„Ich verstehe es einfach nicht“, sagte Stefan nach einer Pause. „Sind vielleicht unsere erotischen Fantasien während dem Sex mitschuldig?“
„Ach Stefan, dich hat es doch vor allem glücklich gemacht, wenn wir uns ausgemalt haben, dass du mit zwei Frauen.... Ich konnte mir das in Wirklichkeit weniger vorstellen, auch wenn mich unsere Fantasien angetörnt haben. Das da was dran sein könnte, hat mich dann völlig überrascht.“
„Nun hätten wir ja die Gelegenheit....“, sagte Stefan mit einem versöhnlichen Lächeln.
„Das sicher nicht, Stefan, das kannst du vergessen. In der Wirklichkeit haben solche Fantasien keinen Platz mehr.“


Es brauchte noch viele Gespräche, manche Gehässigkeiten und einige schwierige Momente waren zu überstehen, bis sich Stefan mit der Gegebenheit abfinden konnte. Was ihm anfangs immer wieder als vorübergehende Episode, als Abwechslung oder momentane Laune seiner Frau vorkam, wurde immer mehr zur unverrückbaren Gewissheit. Einzig die Tatsache, dass eine Frau, die er übrigens wirklich gerne mochte, ihm seine Ehefrau streitig machte, war für ihn ein kleiner Trost. Ein Nebenbuhler wäre schwerer zu ertragen gewesen, gegen eine Frauenliebe fühlte er sich einfach machtlos.

Man einigte sich, manchmal sogar im Gespräch zu dritt, dass Stefan in die gemütliche Dreizimmer-Einliegerwohnung im Untergeschoss zog und die beiden Frauen mit Jennifer in der geräumigen oberen Wohnung bleiben würden. So konnte man der Kleinen einen Umzug, einen Schulwechsel oder die Entfremdung vom Vater ersparen. Auch ein grösseres Gerede im Städtchen konnte man eher vermeiden, obschon natürlich viel gemunkelt wurde.
Nach dem Einzug von Sabine hatte man sich in recht kurzer Zeit an die neue Situation gewöhnt und man war erstaunt, wie einfach Jennifer damit umging.

Dann, zwei Jahre später der Befund. Caroline hatte Krebs. Metastasen im ganzen Körper – hoffnungslos, endgültig, so die Diagnose, die man nicht offen auszusprechen wagte, die aber doch jeder verstanden hatte.
Alle kümmerten sich um sie. Stefan und Sabine wechselten sich in der Pflege ab. Das neue Team harmonierte gut, Sachlichkeit war beider Stärke und nur das Wohl von Caroline stand jetzt im Mittelpunkt. Stefan reduzierte seine Arbeit, damit er sich mehr um Jennifer kümmern konnte, währenddessen er den beiden Frauen, die ungestörte, gemeinsame Zeit ehrlich gönnte.

Die Beerdigung war eine Belastungsprobe für alle.
Der Ehemann und die Geliebte am Grab der Verstorben, das hatte etwas Pikantes. Viele kamen, etliche aus reiner Neugier.
Aber die gemeinsam durchgestanden letzten Monate stärkten die Beiden. Sie hatten das gute Gefühl, das Richtige gemacht und das Unnötige beiseite gelassen zu haben. Dann war da ja noch ein junges Mädchen, Jennifer, um die man sich kümmern musste. Dazu musste man stark sein und funktionieren.

Caroline hatte beiden das Versprechen abgenommen, dass sie sich gemeinsam um Jennifer kümmern würden und, dass Sabine im Haus bleiben konnte. Dieses abgegebene Versprechen wurde nun zum Lebensinhalt der beiden.
Mit der Zeit wurde die untere Wohnung wieder fremd vermietet und nach knapp drei Jahren bekam Stefan von seinem Arzt die gleiche Krebs-Diagnose mitgeteilt, wie sie damals bei seiner Frau gestellt worden war.
Schicksal oder purer Zufall? Die Bestürzung im Umfeld war gross und man hatte weit herum Mitleid mit den Dreien.
Stefan kämpfte verzweifelt um seine Gesundheit, liess nichts unversucht und Sabine übernahm zum zweiten Mal innert vier Jahren die aufopfernde Pflege eines Krebskranken.

Als man sich eingestehen musste, dass der grosse Heilungserfolg ausblieb, entschloss sich Stefan, Sabine zu heiraten. Somit konnte das Sorgerecht für Jennifer einer vertrauten und geliebten Person übertragen werden und die beiden hatten für die Zukunft ein gesichertes Zuhause.
Nach Stefans Tod kümmerte sich Sabine in aller Stille und mit grossem Einsatz als alleinerziehende Mutter um die inzwischen bildhübsche und intelligente Jennifer. Im Städtchen wurde Sabine dafür zunehmend geachtet, man bot ihr Hilfe an, die sie aber nur im Notfall annahm.

Einige Jahre sind inzwischen vergangen. Jennifer studiert an der Uni erfolgreich Psychologie und Philosophie und kommt gerne am Wochenende heim ins Elternhaus um die Mutter etwas zu entlasten, die inzwischen wieder voll berufstätig ist, damit sie Jennifer finanziell unterstützen kann. Sabine ist in die untere, kleiner Wohnung umgezogen, damit sie die Grössere vermieten kann. Sie lebt allein, eher bescheiden und etwas zurückgezogen. Man trifft sie gelegentlich in der Kulturmühle bei einem Anlass, oder ich sehe sie ab und zu im Wald, wenn sie gedankenversunken, mit schnellen langen Schritten, ihre einsamen Spaziergänge macht.


® Copyright by Herr Oter



:-/

Mittwoch, 23. November 2011





Nagelneu

Der verstärkende Ausdruck nagelneu leitet sich von der Vorstellung "ganz neu zusammengenagelt" (die Nägel funkeln noch) ab, die darum gelegentlich mit "funkelnagelneu" noch weiter verstärkt wird: "mit noch funkelnden Nägeln neu zusammengenagelt".
Eine spielerische Variante davon ist das besonders im süddt. Raum und in der Schweiz verbreitete nigelnagelneu, wobei der erste Bestandteil lediglich eine spielerische Reduplikation ohne Bedeutung darstellt.
Vielleicht etwas zu viel des Guten, ist die, bei uns manchmal gehörte "Vollvariante":
funkelnigelnagelneu.




;-)

Dienstag, 22. November 2011




"Ich habe ein einfaches Rezept, 
um fit zu bleiben - 
ich laufe jeden Tag Amok!"
 
(Hildegard Knef)





 ;-)

Montag, 21. November 2011




Herr Oter stellt fest: 
Ein Annehmlichkeit der Reife – 
dass man vermehrt, 
statt mittendrin, 
etwas darübersteht. 





(~^~)     (ein wenig stolz)

Sonntag, 20. November 2011






"Wende Dein Gesicht 
der Sonne zu, 
dann werden die Schatten 
hinter Dich fallen!"

Weisheit

:-)

Freitag, 18. November 2011







Wenn die Muse mich küssen möchte,
weiss sie hoffentlich, 
wo sie mich findet.
©® Copyright by Herr Oter



;-)

Donnerstag, 17. November 2011

Mittwoch, 16. November 2011




Man kann dem Leben
nicht mehr Zeit geben,
aber der Zeit mehr Leben.

"Mehr sinnvolles Leben" 
möchte Herr Oter dazu noch ergänzen



(°!°)

Montag, 14. November 2011

Agathe





Agathe

Ich vermisse ihn so sehr“, sagt Agathe zu mir.
„Weisst du, er war mir der Liebste. Er hat mir nur Freude gemacht. Er war halt speziell.
Er war sehr neugierig. Er wollte immer alles wissen, allem auf den Grund gehen, überall dahinter sehen.
Und er hat viel gelesen, von klein auf – er war der Einzige, der so viel gelesen hat. Auch diese Leidenschaft hat uns beide verbunden, mehr als mit den Anderen. Ja, das Lesen und dann das Sprechen darüber, das war interessant. Über Gott und die Welt. Mit ihm konnte man über alles sprechen. Er war sinnlich, spirituell und offen für alles. Auch in die Kirche kam er gerne mit – die Anderen weniger, ausser wenn sie mussten. Wie auch mein Mann, vor allem wegen seines Amtes musste er sich halt auch dort zeigen.“

Agathe nimmt ihre Geldbörse hervor, klappt sie auf und zeigt mir das kleine, schwarzweisse Porträt – die einzige Foto, dort, hinter einer Plastikfolie. Der Platz daneben ist leer und diese Leere ist auf beide Seiten des Bildes gleichmässig verteilt.
Die Abbildung zeigt einen sympathischen jungen Mann, schmales Gesicht, scheues Lächeln, aufmerksame Augen.
„Ich weiss wenig von ihm“, sage ich, „dich habe ich nie gefragt – ich spüre doch, wie sehr du darunter leidest.
Ich weiss auch nicht, ob du mir jetzt etwas erzählen möchtest – vielleicht wie es passiert ist?“
Sofort glitzern Tränen in ihren Augen.
„Es war ein Autounfall, am Dorfeingang, kurz bevor er zu Hause war. Aber er ist nicht selber gefahren, er sass auf dem Beifahrersitz.
Mit seinen beiden Kollegen besuchte er ein Konzert in der Stadt, sie fuhren mit dem Zug.
„Du musst nicht auf mich warten oder dich sorgen, Mutter“, sagte er, „wir kommen mit dem ersten Zug am Sonntagmorgen wieder zurück.“
Nachtbusse gab es damals noch keine.
Sie haben dann aber einen getroffen, dort in der Schür, der kommt von unserem Ort. Das ist ein Anständiger, der fährt normal, keine Drogen, kein Alkohol. Er war mit dem Auto unterwegs und hat die Drei mitgenommen. Die beiden anderen sassen hinten. Beim Dorfeingang ist der Fahrer eingenickt, Sekundenschlaf. Das Auto krachte rechts in einen grossen Stein. Mein Sohn war sofort tot, die anderen kaum verletzt“.
„Entschuldige bitte“, sagt Agathe und wischt sich rasch die Tränen von den Wangen. Mir erscheint sie noch schmaler und kleiner als sonst, hängende Schultern, fahles Gesicht - ein Häufchen Elend.
„Dass er nicht selber gefahren ist, macht es sicher auch nicht einfacher“, versuche ich hilflos abzulenken.
„Ich mache dem jungen Burschen keine Vorwürfe, er war immer ein Anständiger, hatte nichts getrunken oder genommen, das hat man untersucht. Er ist einfach kurz eingenickt, ohne, dass er es gemerkt hätte. Er leidet ja auch unter dem Unfall. Er hat mich auch oft besucht – vor allem am Anfang. Es war einfach Pech.“
Das Nastuch wischt wieder verschämt über ihre tränenden Augen.
„Vielleicht war der Lebensweg deines Sohnes einfach zu Ende“, versuche ich etwas zu trösten. „Seine Aufgabe hier, davon bin ich überzeugt, war erledigt. Wie alt war er, als es passierte?“
Keine neunzehn Jahre alt. Es ist kaum zu verstehen, warum so ein junger Mensch sterben muss – und dann gerade er. Er hatte doch so eine interessante Zukunft vor sich, er mit seiner Neugier und seiner Belesenheit. Er, der so lieb war! Nie hat er etwas Unrechtes getan.“
„Vielleicht deswegen, liebe Agathe, vielleicht gerade darum war er so ein Lieber, so ein Interessierter, so ein Intensiver. Er hatte nur wenig Zeit. Er gab dir seine Liebe konzentrierter, er holte sein Wissen schneller und lebte sein kurzes Leben intensiver als deine beiden anderen Kinder. Denn er hatte weniger Zeit zur Verfügung. Vielleicht hat er es – nicht gewusst– aber im Unterbewusstsein – man weiss ja nie....“
„Seine beiden Freunde, die beim Unfall dabei waren, kamen später einmal vorbei. Sie müssten mir etwas erzählen, meinten sie etwas zögerlich.
Kurz vor dem Unfall – einige Tage davor sei es gewesen – sie Drei seien, oberhalb des Friedhofes – also, diesen Weg dort hätten sie genommen und er habe gesagt – es töne jetzt verrückt – aber, er habe damals gesagt, dass er noch in diesem Jahr dort unten liegen werde – dort unten auf dem Friedhof.
Sie wären in guter Stimmung gewesen und darum hätten sie damals nur gelacht und ihn überhaupt nicht ernst genommen. Erst im Nachhinein – nach dem Unfall, sei ihnen das wieder bewusst geworden.“

Ein Moment der Stille stand zwischen uns.

„Zehn Jahre ist das jetzt her und – ich vermisse ihn noch immer, jeden Tag.

©/® Copyright by Herr Oter



:-/



Dienstag, 8. November 2011






Könnte ich musizieren, 
hätte ich heute nur Blues gespielt




(-_-;)     (melancholisch)

Sonntag, 6. November 2011







Wann ist die Grenze erreicht
und was kann dagegen unternommen werden?


Am letzten Montag (31.10.2011) wurde es geboren,

das 7-Milliarden-Baby.

Es ist der 7 000 000 000. Mensch auf der Erde.
(Um 7 Milliarde abzuzählen, bei einer Zahl pro Sekunde, braucht man 224 Jahre)

Nur gerade 12 Jahre nach dem 6-Milliarden Baby.
Diese rasante „Entwicklung“ hat mich doch etwas erschreckt! Denn

1804 wurde die erste Milliarde erreicht, bereits
1927 die 2. Mrd –– 123 Jahre später
1960 die 3. Mrd –– 33 Jahre danach
1974 die 4. Mrd. –– 14 Jahre folgend
1987 die 5. Mrd. –– 13 Jahre nachher
1999 die 6. Mrd. –– 12 Jahre später

Dass die Verkürzung der Zeitspanne von Milliarde zu Milliarde sich ab der 
4. Mrd verlangsamt hat, hat mich etwas beruhigt.

Trotzdem, bei einem konstanten Wachstum erreicht die Weltbevölkerung in nur
40 Jahren die 12 Milliarden-Grenze (2050 = 11.7 Mrd.)
also 5 Milliarden mehr als heute oder
fast eine Verdoppelung der Erdenbewohner gegenüber dem
Millenniumsjahr 2000.  (in 50 Jahren gleichviel Zunahme, wie bis zum Jahr 2000)


Bedenkenswert, wie ich meine.

(Quelle: United Nations Population Division)




٤٤:-() (sehr nachdenklich )

Samstag, 5. November 2011





Führen Sie Selbstgespräche?

Auch Ausgesprochene? Also reden Sie hörbar mit sich selber?
Gut so, denn hörbare Selbstgespräche sind nicht verrückt, sondern vernünftig.

Das haben, gemäss einem Bericht, den ich gehört habe, verschiedene Universitäts- Studien* ergeben.
Psychologen haben dabei festgestellt, dass lautes Denken die eigene Leistungs- und Lernfähigkeit steigert, Stress abbaut und für einen besseren Durchblick in Kopf und Seele sorgt.
„Psychologisch gesehen ist das Selbstgespräch gesund und förderlich“, sagt Thomas Brinthaupt, einer der renommiertesten Selbstgespräch-Experten von der amerikanischen Middle Tennessee State University. „Frustration, Trauer und Wut aber auch Freude und Vergnügen bekommen so eine Art Ventil“.

Auch die Psychologin Dolores Albarracin von der Universität von Illinois hält es sogar für
„eines der wichtigsten Werkzeuge, um unser Verhalten zu leiten“.

Ähnlich wie beim autogenen Training, stärken Selbstgespräche das Selbstbewusstsein und sind eine grosse Hilfe bei der eigenen Motivation. Sich etwas einzureden, kann – richtig angewendet – auch grosse positive Effekte haben, auch wenn man üblicherweise eher von den negativen Auswirkungen destruktiver Gedanken spricht.
Beim ausgesprochenen Monolog soll der Effekt des Sicheinredens sogar noch wesentlich grösser sein.

Das alles wissen Kinder ganz intuitiv.
Mit etwa zwei Jahren fangen sie an, das Selbstgespräch beim Spiel in einem ganz normalen Prozess zu kultivieren. Von drei bis fünf Jahren erreicht diese Entwicklung ihren Höhepunkt, bevor ab dem sechsten Lebensjahr – nicht zuletzt aufgrund der negativen Reaktionen aus dem Umfeld – die laut vor sich hingesprochene Gedankenwelt mehrheitlich ins unhörbare Innere verbannt wird. Diese Art des inneren Monologes bestreiten dann, gemäss amerikanischen Umfragen, weit über neunzig Prozent der Menschen regelmässig.
Nicht zu vergessen bleibt dabei, dass die Fähigkeit der Selbstgespräche nur der Spezies Menschen als einzigem Lebewesen möglich ist.
(Liegt vielleicht auch darin ein Schlüssel zum ausserordentlichen biologischen Vorsprung des Menschen vor allen anderen, uns bekannten Lebewesen?)

Also – genieren Sie sich nicht, sich selber zuzuhören, denn:
Lieber ein guter Monolog, als ein schlechter Dialog

(* Studien der University of Toronto Scarborough, der Middle Tennessee State University o. der Universität Illinois. )





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٤:-) (nachdenklich positiv)





Jagdtag

Auch wenn ich das herrliche Wildbret
in meiner Zeit als leidenschaftlicher Koch
sehr geschätzt habe, bedrückt es mich heute,
wenn ich die Jäger mit ihren nervösen Hunden sehe,
im Wissen auch, dass vielleicht einige der scheuen Rehe,
die ich auf meinen ausgedehnten Waldspaziergängen so oft sehe,
ab morgen nicht mehr dort am schattigen Waldrand ruhig äsen werden.



<:-(    (nachdenklich bedrückt)